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Sky ECC wurde gehackt. 

Nach dem Zugriff auf die EncroChats wurde heute bekannt, dass die Strafverfolgungsbehörden auch Zugriff auf die Sky ECC-Daten haben. Bereits vor einiger Zeit haben wir über verschiedene Gerüchte berichtet und heute gab es nach zweijähriger Vorbereitung die bisher größte Razzia in Belgien. Auch die Niederlande sind betroffen. 

Aus der offiziellen Pressemitteilung der belgischen Strafverfolgungsbehörden vom 09.03.2021 geht hervor, dass es allein in Belgien 48 Verhaftungen gab und 17 Tonnen Kokain sowie 1,2 Mio. EUR Bargeld beschlagnahmt worden sind.

Die belgischen Strafverfolgungsbehörden haben zumindest seit Februar 2021 insgesamt etwa 1 Milliarde (täglich 3 Millionen) verschlüsselte Nachrichten abgefangen und bereits etwa die Hälfte dieser Nachrichten entschlüsselt. 

Was ist aktuell passiert?

Am heutigen Tage – 09.03.2021 – wurde dann zunächst durch holländische und belgische Medienberichte bekannt, dass nach der Infiltrierung der EncroChat-Geräte nun auch Sky ECC gehackt wurde. Hierbei wird die Beteiligung der niederländischen Behörden in Zusammenarbeit mit den belgischen Stellen vermutet. Den Ermittlern war es aufgrund dessen möglich, die versendeten Nachrichten zu entschlüsseln und mitzulesen. 

Daraus resultierend wurden mit Schwerpunkt in Antwerpen, daneben in Limburg sowie in Den Haag und Massmechelen mehrere Durchsuchungen und weitreichende Ermittlungsmaßnahmen angeregt. Im Rahmen dieser sollen nach Medienberichten allein in Antwerpen und Limburg rund 1.500 Polizeibeamte eingesetzt worden sein, was zudem der Sprecher der Bundesanwaltschaft Eric van Duyse bestätigte. Vermutlich gibt es auch einen Zusammenhang zwischen dem Auslesen der Nachrichten und der am 24.02.2021 erfolgten Beschlagnahme von 7,2 Tonnen Kokain im Hafen von Antwerpen.

Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der Entschlüsselung der Nachrichten in naher Zukunft weitere strafprozessuale Maßnahmen, wie Durchsuchungen oder Festnahmen, erfolgen werden. Weltweit gibt es etwa 171.000 Sky ECC-Nutzer.

Wie sind die Strafverfolgungsbehörden vorgegangen?

Die Speicherung und Entschlüsselung von über Sky-ECC ausgetauschten Nachrichten gelang einigen Berichten zufolge den belgischen Strafverfolgungsbehörden nach einer zweijährigen Vorbereitung der Operation „Argus“. Die Ermittlungen begannen Ende 2018, nachdem mehrere Untersuchungen in ganz Belgien gezeigt hatten, dass  insbesondere im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität zunehmend sogenannte Kryptophone mit der Verschlüsselungssoftware von SKY ECC genutzt worden sind. In den letzten Jahren wurden in Belgien bereits 185 solcher Kryptophone beschlagnahmt. Es erwies sich für die Polizeidienste aber bisher als technisch unmöglich, sie auszulesen und die Kommunikation der festgenommenen Personen zurückzuverfolgen. 

Die belgischen Strafverfolgungsbehörden haben daher zunächst die verschlüsselte Kommunikation über Sky ECC abgefangen und gespeichert. Sodann hat man einen Weg gesucht, diese Nachrichten zu entschlüsseln. Im nächsten Schritt wurde der Inhalt der lesbar gemachten Nachrichten seit Februar 2021 etwa drei Wochen lang „live“ mitgelesen. Wie die Nachrichten letztlich lesbar gemacht worden sind, ist bisher unklar. Wir halten euch auch diesbezüglich auf dem Laufenden. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur Identifizierung der ausgewählten Benutzer sowie zur Ermittlung der Natur des Kommunikationsinhalts ergriffen.  

Im Fokus der Behörden stand insbesondere die Zerstörung der Infrastruktur von Sky ECC, die Aufdeckung des Vertriebsnetzes sowie die Beschlagnahme des Vermögens der Sky ECC-Verwender.

Was ist zu erwarten?

Es könnte nach den Geschehnissen rund um EncroChat zu einer zweiten Welle an Festnahmen, Durchsuchungen und Beschlagnahmen auch hier in Deutschland kommen. Medien berichten bereits jetzt von einem „Tsunami“ und nicht mehr nur von einer Welle. 

Solltet ihr befürchten, dass ein Ermittlungsverfahren gegen euch auf Grundlage der nun zugänglichen Daten laufen könnte, kontaktiert uns frühzeitig. 

Solltet ihr festgenommen oder eine Hausdurchsuchung vorgenommen werden, erreicht ihr uns 24 Stunden unter unserer Notrufnummer: +49 152 295 89 964.

Wir sind für euch auch jederzeit über Signal, Telegram, Instagram und E-Mail erreichbar. 

Christian Lödden: 

Telefonnummer/Signal: +49  179 6694984 

Chatmail: Matlock

Instagram: @lexhades_chris 

E-Mail: chris@lexhades.de 

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André Miegel:

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E-Mail: andre@lexhades.de

Was ist Sky ECC?

Sky ECC ist ein Dienst für die Ende-zu-Ende verschlüsselte Kommunikation und verkaufte Telefone und Abonnements, welche mit einer Vielzahl von Handy-Modellen kompatibel sind und bisher als nicht zu entschlüsseln galten. Sky ECC bot auf seiner Homepage sogar eine Belohnung in Höhe von 5 Mio. US-$ für denjenigen, der es schaffen würde, die Sky-Geräte oder die Verschlüsselung zu knacken. Dieses Maß an Datenschutz begründet den jährlichen Preis einer Lizenz zur Nutzung eines derartigen Gerätes in Höhe von 2.200 Euro.

Das Unternehmen betreibt eigene Server in den Niederlanden, auf welchen eine Speicherung der verschlüsselten Daten erfolgte, um der Privatsphäre der Nutzer gerecht zu werden und die erforderliche Diskretion zu gewährleisten. So bewirbt sich der Dienst als sicherste Messaging-Plattform der Welt und gestaltet seinen Dienst entlang einer „Null-Vertrauens-Politik“. Die Polizei vermutet die Nutzung des Kommunikationsmittels insbesondere im Bereich der organisierten Kriminalität. Ähnlich wie bei EncroChat bietet sich die Anwendung dessen jedoch auch für Journalisten, die Korruption befürchten, ebenso wie für Demonstranten und Aktivisten in Ländern, in denen beispielsweise eine freie Meinungsäußerung nicht hinreichend gewährleistet ist, an.

Mehr Informationen und Antworten auf die wichtigsten Fragen findet ihr auch in unseren FAQs

Und denkt dran: Wie spricht man mit der Polizei? GAR NICHT!